Der Sprung ins Meer

Der Sprung ins Meer

 

Als der Mond das Wasser küsste
um wenig später zu versinken
in der Flut. So als müsste
er für immer drin ertrinken,
sprang ich ihm dann hinterher.
Die Müdigkeit war grenzenlos
Und die Seele nur noch leer.
Flüchten in des Meeres Schoß!
Das Wasser drang und nahm
Die Luft zum Atmen mit Gewalt.
Die Glieder wurden lahm
Und alles in mir kalt.
Und kurz bevor das Leben
mit Hohn und Spott dann wich
sah ich den Mond erheben
so gelb und hämisch sich.
Ein falscher Freund, mit Lüge
er mich in die Falle zog!
Jetzt spür ich die Intrige!
Zu spät! Da ist der Tod.

©Michael Kalters

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Sterben ist ein’ schwere Buß

Sterben ist ein schwere Buß (Volkslied 1795)

Sterben ist ein schwere Buß,
weiß wohl, dass ich sterben muss.
Und ein Röslein rosenrot
pflanzt mein Schatz nach meinem Tod.

Auf den Kirchhof wollt ich gehn,
tat das Grab schon offen stehn,
und das Grab war schon gebaut,
hab es traurig angeschaut.

War wohl sieben Klafter tief,
drinnen lag ich schon und schlief.
Als die Glock‘ hat ausgebraust,
gingen unsre Freund‘ nach Haus.

Sterben ist ein harte Pein,
wenn’s zwei Herzallerliebste sein,
die des Todes Sichel schneidt,
ach, das ist das größte Leid.

Denn was hilft ein Blümelein,
wenn es heißt ins Grab hinein!
Ach, was hilft ein Röslein rot,
wenn es blüht nach Liebes Tod!

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Ausgebrannt

Ausgebrannt

Fast schlafend und im Reich
des Trägen sitze ich im Bus.
Ampel Rot. Ein Halt so weich.
Schau ich zur Seite wie durch Ruß.

Ich blicke in zwei trübe Augen.
Müde wagen sie mich anzustarren
im Schutz der Scheiben, laugen
sie mich aus mit freundlichem Beharren.

Ampel Grün. Ein Schlag der Lider.
War da Hoffnung aufgeflammt?
Schließe die Augen.Träume wieder.
Tut mit leid. Bin ausgebrannt.

©Michael Kalters

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